Georg-Gottlob-Stiftung
Deutsche MS-Hilfe
![]()
MULTIPLE SKLEROSE für LAIEN
von Hildegard Gottlob, Heilpraktikerin, Daimlerstr. 10, 45133 Essen-Bredeney, Tel. 0201/ 42 06 84, Handy: 0177/ 42 06 845
unter Mitarbeit von Helena Hejda, Heilpraktikerin
Multiple Sklerose ist eine mehr oder weniger fortschreitende und/oder in Schüben verlaufende noch unheilbare Lähmungs-Erkrankung des Zentralnervensystems, deren Ursachen noch nicht vollständig erforscht ist.
Das Zentralnervensystem besteht u.a. aus dem Gehirn (Encephalon) und dem Rückenmark (Myelon).
Die unvorstellbar dünnen Nervenfasern kann man mit einer Stromleitung
vergleichen, durch die Befehle und Signale weiter geleitet werden.
Es entzünden sich im Zentralnervensystem die Isolierschichten
(Markscheiden) der Nervenfasern an einer Stelle,
oder einigen bis mehreren oder vielen Stellen. Die Markscheiden schwellen an,
quellen auf und zerfallen schließlich, wenn nicht von selbst oder durch Medikamente
eine Heilung der Entzündung erfolgt. An dieser Stelle der abgelaufenen Entzündung
bildet sich anstatt des betroffenen Nerven eine Narbe.. Die betroffene Nervenfaser
wird im Bereich der Entzündung hart und narbig = sklerotisch. Daher spricht
man von Sklerose, und da das an vielen = multiplen Stellen geschieht von
MULTIPLER
SKLEROSE.
Man spricht auch von einer Entmarkung der Nervenfaser. d.h.
die Nervenfaser verliert ihre Isolierschicht. Die entzündeten und/oder vernarbten
Stellen fließen zusammen und bilden größere Herde. Diese größeren entzündeten
und/oder vernarbten Stellen bezeichnet man dann als Plaques.
Die Plaques kann man ab einer Größe von 1,2 mm an aufwärts
bei der Kernspintomographie feststellen und dabei auch zwischen frischen und
alten Plaques unterscheiden. Die Plaques stellen sich in der Kernspintomographie
als weiße, oft kreisrunde Stellen dar, in denen keine Hirnsubstanz mehr erkennbar
ist.
Die entzündete oder später vernarbte Nervenfaser kann ihre
Funktion nicht mehr wahrnehmen. Je nach Art und Anzahl der befallenen Nervenfasern
kann es dadurch bei dem Betroffenen zu folgenden Symptomen kommen:
Symptome der MS
Das Zentralnervensystem
steuert fast alle Funktionen des Körpers. MS ist eine Erkrankung des Zentralnervensystems.
Deshalb ist bei MS eigentlich nichts unmöglich. Es kann nur eine kleine Zahl
von Symptomen aufgeführt werden, wie zum Beispiel:
• Sehstörungen, die dann auftreten, wenn der Sehnerv
oder Teile des Sehnervs betroffen sind. Diese Sehstörungen sind nicht durch
eine Brille zu korrigieren, bilden sich aber evtl. wieder zurück, wenn der
befallene Sehnerv sich wieder erholt.
• Blasenstörungen in Form von Starthemmung bei dem Versuch
die Blase zu entleeren oder übermäßigem Harndrang bis zur Unfähigkeit, die Blasenentleerung
überhaupt kontrollieren zu können. Blasenstörungen treten dann auf, wenn die
Steuerzentrale im Gehirn oder im Rückenmark von der Entzündung und/oder Vernarbung
betroffen sind. Die Starthemmung zur Blasenentleerung bezeichnet man als Harnretention.
Die teilweise oder völlige Unfähigkeit, die Entleerung der Blase ausreichend
kontrollieren zu können, bezeichnet man als relative, teilweise oder völlige
Harninkontinenz.
• Parästhesien = Gefühlsstörungen = Sensibiliätsstörungen
in Form von Kribbeln, Taubheit, Pelzigsein, Ameisenlaufen an einer oder mehreren
Stellen des Körpers. Die Betroffenen haben das Gefühl von "Eingeschlafensein"
von Gliedern oder Gelenken oder das Gefühl, als hätten sie z.B. einen strammen
Verband um das Knie oder einen dicken Handschuh an, oder sie haben das Gefühl,
als hätten sie z.B. vom Zahnarzt eine Betäubungsspritze erhalten und fühlen
ihre Zunge, ihre Lippe oder ihre Wange nicht mehr.
• Ataxien = Bewegungsunsicherheiten durch den Fortfall regulierender
Einflüsse des Zentralnervensystems, d.h. der Betroffene schwankt, oder er geht
wie ein Betrunkener. Manche MS-Kranke schleifen mit den Füßen über den Boden,
bleiben an kleinsten Unebenheiten oder Teppichkanten hängen und haben das Gefühl
wie Blei oder Beton in den Gliedern. Diese Ataxien werden von den Betroffenen
und anderen Personen oft als Schwindel bezeichnet. Es sollte dann neurologisch
abgeklärt werden, ob es sich tatsächlich um Schwindel oder um die beschriebene
Ataxie handelt. Medikamente, die evtl. gegen Schwindel wirksam sind, wirken meist nicht
gegen Ataxien.
• Fußheberparese = Das Nichtmehrhochbekommen oder Schlechterhochbekommen
der Füße bezeichnet man als Fußheberparese.
• Intentionstremor, d.h. Zittern der
Hand, des Armes und/oder der Finger bei gezielten Bewegungen, in fortgeschrittenen
Fällen auch Zittern des Oberkörpers, der Beine und/oder des Kopfes
• Spastizität = Verkrampfungen in Form von meist
spastischen mehr oder weniger unvollständigen Lähmungen. Dabei kann sich z.B.
die Hand zur Faust schließen oder die Beine werden angezogen und können nicht
mehr oder nur noch mühsam gestreckt werden.
• Schmerzen: Ein Teil der Betroffenen hat Schmerzen z.B. in den
Beinen oder im Rücken oder auch Kopfschmerzen, ohne daß sich an der schmerzenden
Stelle eine Ursache für den Schmerz finden läßt. In solchen Fällen ist evtl.
das Schmerzzentrum im Zentralnervensystem von der MS befallen und wertet dort
Signale vom Körper falsch, nämlich als Schmerzen, aus oder täuscht dem Betroffenen
Schmerzen vor, wo gar keine sind. Der Betroffene aber empfindet tatsächlich
Schmerzen. Da diese Schmerzen aber in Wirklichkeit nicht an der Stelle vorhanden
sind, wo sie empfunden werden, sondern dem Betroffenen die Schmerzen nur von
seinem Schmerzzentrum vorgegeben werden, sind die üblichen Schmerzmittel in
diesen Fällen oft wirkungslos.
Die vorgenannten Symptome kommen bei MS vor, müssen sich aber
nicht zwangsläufig einstellen. Solche Symptome können auch ganz ausbleiben oder
sich evtl. zurückbilden.
Die MS ist weitgehend unberechenbar.
Im Frühstadium überwiegt ein schubförmiger Verlauf, d.h. die
Symptome treten nur in Schüben auf. Die Schübe und damit die Symptome bilden
sich teilweise von selbst und zum Teil auch unter einer medikamentösen Therapie
wieder zurück. Dabei kann man nicht sagen, ob sich Schübe und Symptome unter
dem Einfluß der Medikamente zurück gebildet haben oder sich auch von selbst
wieder zurück gebildet hätten. Man kann und sollte aber nicht riskieren, ob
sich Schübe und Symptome von selbst wieder zurück bilden, sondern einen Schub
unbedingt behandeln lassen.
Später bleibt dann oft von jedem Schub etwas zurück, oder es
kommt in einem Teil der Fälle zu der mehr oder weniger schnell oder langsam
fortschreitenden Form.
Die fortschreitende Form bezeichnet man als chronische Progredienz.
Und auch die chronische Progredienz kann noch durch Schübe verstärkt werden.
Es gibt auch sehr
milde Verlaufsformen mit nur einem oder wenigen Schüben und nur ganz wenigen
milden Symptomen, wobei die Betroffener über Jahre oder Jahrzehntelang nichts
oder kaum etwas von ihrer MS spüren.
In sehr fortgeschrittenen Fällen ist der MS-Kranke infolge
seiner meist spastischen Lähmungen auf fremde Hilfe und die Benutzung von Gehhilfen
und noch später evtl. auf einen Rollstuhles angewiesen.
Die Krankheit kann sich auch in sogenannten stummen Regionen
des Gehirns abspielen, d.h. in Bezirken, die an der Steuerung der Bewegungen
nicht teilnehmen.
So gibt es voll
arbeitsfähige MS-Betroffene, bei denen im Wege der Kernspintomographie massiv
weiße Flecken im Gehirn nachgewiesen werden. Das sind durch die MS veränderte
Stellen, an denen die Entzündung abgelaufen ist und Hirnsubstanz durch die MS
zugrunde gegangen ist.
Bei anderen MS-Betroffenen wird in der Kernspintomographie nur ein kleiner Herd nachgewiesen. Gleichwohl sitzen die Betroffenen unter Umständen mit verkrampften Händen fest im Rollstuhl, haben keine Kontrolle über ihre Blase und sind ständig auf fremde Hilfe angewiesen.
Wenn die Diagnose MS gestellt werden kann, ist die Krankheit
Multiple Sklerose bereits vorhanden. Das heißt, es ist bereits zu Schädigungen
der Nervenfasern durch die Krankheit MS gekommen.
Die Diagnose wird gestellt aus der Untersuchung des Nervenwassers
(Rückenmarkt punktiert) und dem
Vorhandensein typischer Krankheitssymptome und den Nachweis von MS-Herden
durch die Kernspintomographie. Oft vergehen seit dem Auftreten der ersten Symptome
Jahre bis die richtige Diagnose gestellt wird.
Flüchtige Sehstörungen durch die Entzündung des Sehnerven im
Rahmen der MS bekommt oft nur der Augenarzt zu Gesicht. Der Augenarzt verordnet
dann evtl. eine Brille, die eines Tages nach dem persönlichen Eindruck des Patienten
nicht mehr benötigt wird, nachdem sich die Entzündung des Sehnerven wieder zurück
gebildet hat.
Oft wird die verordnete Brille überhaupt nicht benötigt. Denn
eine Fehlsichtigkeit durch die Entzündung des Sehnerven läßt sich durch eine
Brille weder korrigieren noch beeinflussen.
Mit Störungen beim Gehen, oder wenn plötzlich ein Bein nachgeschleppt
wird, stellen sich die Kranken oft beim Orthopäden vor. Mit Störungen der Blase
gehen die Kranken zum Urologen. Ärzte verschiedener Fachrichtungen bekommen
den Kranken zu sehen und therapieren die vermeintlichen organischen Störungen
nach ihren Kräften und ihrem Wissen. Die Symptome ändern sich dadurch aber oft
nur wenig, weil sie MS-bedingt sind. Gar nicht selten wird der Kranke dann zum
Simulanten abgestempelt und zum Psychiater überwiesen.
Der Psychiater ist meist gleichzeitig Neurologe und sollte
schon bei den entsprechenden, wenn auch manchmal nur verwaschenen Symptomen
an die Diagnose MS denken. Trotzdem kommt es auch hier noch zu Fehldiagnosen
und der Kranke erhält Glückspillen in Form von Psychopharmaka. Die Psychopharmaka
sind oft mit der Nebenwirkung Ataxie (starke
Bewegunsunsicherheiten)
und/oder Tremor (Zittern) und anderen MS-typischen Beschwerden
behaftet.
Unter der Gabe von Psychopharmaka auftretende MS-typische Beschwerden
werden dann als Nebenwirkung der Medikamente verkannt.
In Wirklichkeit handelt es sich hier um MS-typische Symptome,
die allenfalls durch die Psychopharmaka mit der entsprechenden Nebenwirkung
noch verstärkt werden.
Wenn dann eines Tages doch die richtige Diagnose MS gestellt
wird, bricht oft für den Betroffenen eine Welt zusammen. Außerdem wurde viel
kostbare Zeit vertan vom Krankheitsbeginn bis zur Diagnosestellung, Zeit in
der man die MS hätte bekämpfen können.
Die Blut-Hirn-Schranke,
Anatomie und Physiologie
Blut-Hirn-Schranke = Gesamtheit von Strukturen, die zwischen
dem strömenden Blut des Körpers und dem Gewebe des Zentralnervensystems liegen.
Die Blut-Hirnschranke spielt eine Rolle bei Austauschvorgängen
von Stoffen zwischen Blut und Nervenzellen und dient dem Schutz der Zellen
und Fasern des Zentralnervensystems vor schädlichen Stoffen.
Der Schutz ist allerdings nicht vollkommen. So können gewisse
Gifte und auch Alkohol die Blut-Hirnschranke überwinden. Könnte Alkohol die
Blut-Hirn-Schranke z.B. nicht überwinden, so hätte der Genuß von alkoholhaltigen
Getränken keinerlei Einfluß auf das Befinden des Menschen. Man könnte dann weder
leicht angeheitert, noch beschwipst und schon gar nicht betrunken werden.
Die Lymphozyten
Die Lymphozyten sind ein Teil der körpereigenen Immunabwehr.
Sie spielen eine Rolle bei der Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere bei
Viruserkrankungen. Lymphozyten bilden auch die Gedächtniszellen.
Die Gedächtniszellen unter den Lymphozyten können sich einen
bestimmten Krankheitserreger merken. Tritt dieser Krankheitserreger z.B. nach
Jahren noch einmal auf, so werden die Gedächtniszellen unter den Lymphozyten
den Krankheitserreger erkennen und sofort vernichten.
Diesen Gedächtniszellen unter den Lymphozyten ist es zu verdanken, daß wir nur einmal im Leben z.B.
an Masern, Diphterie oder Keuchhusten erkranken können. Das macht auch den Sinn
von Impfungen aus, bei denen ein abgeschwächter oder abgestorbener bestimmter
Krankheitserreger in den Körper gebracht wird. Lymphozyten lernen diesen Krankheitserreger
kennen und werden ihn beim späteren ernsthaften Auftreten sofort wiedererkennen
und vernichten.
Die Lymphozyten im Blut des Menschen sind daher lebenswichtiger
Bestandteil der körpereigenen Abwehr gegen Krankheitserreger.
Die MS selbst ist nicht erblich, aber die Erbanlage muß nach
heutigen Erkenntnissen vorhanden sein. Jeder trägt die Anlage für irgendwelche Krankheiten in sich.
Es muß nach heutigen Vermutungen Jahre oder Jahrzehnte vor
Beginn der Erkrankung MS eine Virus-Erkrankung abgelaufen sein. Von dieser Viruserkrankung
ist eine Information wie ein Stempel im Zentralnervensystem zurückgeblieben.
Das können evtl. Masern oder auch Mumps oder eine andere Erkrankung sein. Auf
diesem Gebiet wird weiter geforscht.
Weitere Voraussetzung für die Erkrankung an MS ist, daß die
weiter oben beschriebene Blut-Hirn-Schranke krankhaft durchlässig wird und diese
dann krankhaft undichte Blut-Hirn-Schranke den auch weiter oben beschriebenen
Lymphozyten (Teil der körpereigenen Abwehr)
zeitweise oder ständig Zutritt zum Zentralnervensystem gibt.
Die dann in das Zentralnervensystem
eingewanderten Lymphozyten treffen auf die Information der durchgemachten Viruserkrankung,
auf einen Restgiftstoff von dem Virus. Der Restgiftstoff oder der Stempel der
durchgemachten Viruserkrankung ist für sich allein ebenso unschädlich wie der
Lymphozyt allein.
Der Lymphozyt versucht die Information und/oder den Restgiftstoff
der durchgemachten Viruserkrankung im Zentralnervensystem abzubauen und greift
dabei die Substanz der Markscheiden an. Da der Lymphozyt normalerweise die Blut-Hirnschranke
nicht passieren kann, erkennt er die Markscheiden (Hülle um die Nervenfaser) nicht
als körpereigene Substanz.
Die körpereigene Substanz, nämlich die Markscheiden, werden
daraufhin von dem myelinaggressiven Lymphozyten angegriffen.
Die Markscheiden entzünden sich darauf hin, quellen auf und
vernarben schließlich. Das ist dann die MS
MS ist also, bevor es überhaupt zu einer Erkrankung des Zentralnervensystems
kommt, eine Erkrankung der Blut-Hirnschranke. Die Blut-Hirnschranke aber besteht
aus völlig anderen Zellen als die Zellen des Zentralnervensystems. Die Blut-Hirnschranke
besteht weitgehend aus Bindegewebszellen. Das Zentralnervensystem aber besteht
aus Nervenzellen.
Die Gefäßwände
Bei einer größeren Anzahl von MS-Kranken wurde von uns die
sogenannte bioelektronische Funktionsdiagnostik durchgeführt. Es handelt sich
dabei um eine wissenschaftlich leider noch nicht anerkannte Meßmethode, bei
der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten elektronisch beim Patienten
gemessen werden können. Der Patient braucht hierbei das Medikament nicht einzunehmen.
Mit dieser Methode kann man feststellen, ob ein bestimmtes Medikament vom Patienten
angenommen oder abgelehnt wird.
Bei Routinemessungen fiel zunächst immer wieder auf, daß die
MS-Kranken offenbar das Medikament Cinnamomum homaccord (biologisch-homöopathisches Mittel der Fa. Heel) brauchten. Cinnamomum homaccord wird
in der biologischen Medizin üblicherweise eingesetzt bei Gefäßwandschwäche.
Gefäßwandschäche liegt z.B. dann vor, wenn die Patienten leicht blaue Flecken
haben, wenn sie sich gestoßen haben.
Die Patienten wurden dann auch gefragt, ob sie bei leichtem
Anstoßen zu blauen Flecken neigen. Das wurde von den Patienten, bei denen Cinnamomum
homaccord positiv gemessen wurde, auch bejaht.
Die große Zahl, der MS-Kranken bei denen die Eigenschaft "leicht
blaue Flecken" zutraf, läßt daran denken, daß es sich hier um eine fast
gesetzmäßige Gefäßwandschwäche handelt, die mit der MS selbst etwas zu tun hat.
Bei weiteren Untersuchungen konnte festgestellt werden, daß
die Eigenschaft "leicht blaue Flecken zu haben" = "Gefäßwandschwäche
im Bereich der feinen Haargefäße" erst kurz vor Beginn der Erkrankung
aufgetreten war und sich verstärkt vor Beginn eines Schubes oder im Krankheitsschub
zeigte.
Daraus wurde
folgendes geschlossen:
Es muß zunächst eine Gefäßwandschwäche vorhanden sein. Dann
wird die Blut-Hirn-Schranke, die weitgehend aus den gleichen Zellen besteht,
wie die Blutgefäße, undicht. Danach wandern Lymphozyten in das Zentralnervensystem
ein.
Die Lymphozyten haben normalerweise im Zentralnervensystem
nichts zu suchen. Diese Lymphozyten treffen im Zentralnervensystem auf den
Restgiftstoff oder den Stempel einer speziellen durchgemachten Virusinfektion.
Durch dies Zusammentreffen werden die Lymphozyten "scharfgemacht"
gegen das körpereigene Myelin. Aus Myelin aber bestehen die Markscheiden, die
Umhüllung der Nervenfaser. Und dies Myelin wird von den "scharfgemachten"
Lymphozyten in Rahmen einer sogenannten Antigen-Antikörperreaktion angegriffen
und zerstört.
Das ist die MS.
Die schulmedizinische Therapie
Ein wirksames, wissenschaftlich allgemein anerkanntes Mittel,
das die MS heilen oder mit Sicherheit zum Stillstand bringen könnte, gibt es
noch nicht. Es wird aber auf diesem Gebiet seit vielen Jahren weltweit geforscht.
Gegen die Symptome Taubheitsgefühl oder das Gefühl «auf Watte
zu gehen» gibt es in der Schulmedizin keine wirklich wirksamen Medikamente.
Cortison
Cortison wirkt u.a. abschwellend und entzündungshemmend. Außerdem
macht Cortison die Blut-Hirn-Schranke wieder so dicht, wie sie es eigentlich
sein sollte, aber oft für die Zeit, in der ein hoher Cortisonspiegel im Körper
vorhanden ist und kurz danach.
Es gibt auch Fälle, in denen Cortison nicht wirkt. Das ist
z.B. dann der Fall, wenn bereits zu viele Lymphozyten im Zentralnervensystem
ihr Unwesen treiben. Das passiert auch dann, wenn bei Auftreten eines Schubes
zu lange mit dem Beginn einer hochdosierten Cortisontherapie gezögert wird.
Bei jeder Cortisontherapie ist darauf zu achten, daß ein Magenschutzmedikament
gegeben wird, es kann sonst insbesondere unter hohen Cortisangaben zu einem
zunächst unbemerkten Magengeschwür kommen.
Zurm Schutz gegen Thrombose die ebenfalls eine Nebenwirkung
von Cortison sein kann, ist etwas zu geben, was die Blutplättchen (Thromozyten)
daran hindert, miteinander zu verkleben und damit eine Thrombose zu verursachen.
Weiter steigt unter hochdosiertem Cortison üblicherweise der
sogeannten Blutzuckerspiegel an, das Blut ist während der Cortisontherapie,
aber auch davor und danach, vom Arzt daher regelmäßig auf Zucker zu untersuchen.
Ein Zuckerkranker darf Cortison eigentlich nur im Krankenhaus
unter ständiger ärztlicher Aufsicht erhalten.
Betainterferone (Betaferon, Avonex, Rebif)
Seit etlichen Jahren setzt die Schulmedizin zur Bekämpfung
des schubförmigen Verlaufes der MS auch bevorzugt (als Mittel der 1. Wahl) Betaferon,
Avonex oder Rebif ein. Diese Mittel sind Botenstoffe zwischen den Zellen und
sollen bewirken, daß der Abstand zwischen den einzelnen MS-Schüben verlängert
wird. Diese Interferone sind aber leider kein Heilmittel. Es geht auch nicht
um die Verbesserung des Zustandes der Betroffenen, sondern nur eine evtl. mögliche,
jedoch nicht garantierte Verlangsamung des Verlaufes der Multiplen Sklerose.
Die Wahrscheinlichkeit, daß diese Mittel eine positive Wirkung
im Sinne einer Verlangsamung der MS bewirken, liegt jedoch nur bei ca. 30%.
Es gilt in jedem Einzelfall, den möglichen Nutzen dieser Mittel gegen die Risiken
und Nebenwirkungen abzuwägen. Viele Betroffene, die ihre Hoffnung auf diese
Mittel setzen, haben nur massive Nebenwirkungen in Form von z.B. verstärkter
Spastik, grippeähnliche Erscheinungen und/oder verstärkten Gehbehinderungen,
sowie Depressionen. Auch starke und sogar gefährliche Blutbildveränderungen
bei den MS-Betroffenen kommen unter dieser Therapie vor.
Da die Krankheit MS aber als die Krankheit mit den 1000 Gesichtern
unberechenbar ist, kann niemand sagen, ob es diese neuartigen Mittel waren,
die gewirkt haben oder die Nebenwirkungen gemacht haben, oder ob diese guten
oder auch weniger guten Erscheinungen nicht auch ohne das Mittel eingetreten
wären.
Nach einer Veröffentlichung der DMSG in der Zeitschrift Aktiv
Nr. 185 4/1999 von Dr. med. Franz. X. Weilbach, Privatdozent Prof. Dr. med.
Peter Rieckmann und Dr. med. Ralf Gold müssen 9,2 Patienten mit Betaferon behandelt
werden, um bei einem Patienten enen Fortschritt der Erkrankung um einen EDSS-Punkt
(rechnerischen Behinderungsgrad) in 2 Jahren zu verhindern. Das entspricht einer
Wirksamkeit von 9,2 zu 1 oder ca. 10%. Das heißt rechnerisch nichts anderes,
als daß die meisten mit Betaferon behandelten Patienten mit sekundär chronischer
Verlaufsform der MS ausschließlich mit Nebenwirkungen zu rechnen haben.
Copaxone (Copolymer)
Bei Copaxone handelt es sich um einen Stoff, mit dem die weiter
oben beschriebenen mye-linaggressiven Lymphozyten getäuscht werden sollen. Die
so getäuschten Lymphozyten greifen dann das Myelin der Markscheide nicht mehr
an und bremsen andere myelinaggressive Lymphozyten.
Bestehende Zerstörungen im Zentralnervensystem können durch
Copaxone nicht rückgängig gemacht werden.
Copaxone dient damit auch lediglich einer Senkung der Schubrate
für etliche MS-Betroffene.
Copaxone ist allerdings täglich unter die Haut zu spritzen.
Immunglobuline wie Octagam
und Sandoglobulin
Als Medikamente der 2. Wahl gelten heute Immunglobuline. Diese
werden allerdings seit ca. dem 01.01.2002 von den gesetzlichen Krankenkassen
nicht mehr bezahlt.
Nach einem Vortrag von Dr. Pöhlau (Chefarzt der Kamillusklinik
in Asbach/Westerwald) gibt es bei Immunglobulinen folgende Wirksamkeiten.
1/3 der behandelten Patienten hatte Besserungen in den ersten
sechs Monaten und war danach stabilisiert (keine weiteren Besserungen nach 6
Monaten). Aber 14 % der Patienten hatten diese Besserung auch nach Gabe eines
Scheinmedikamentes (Placebo). Um eine Wirksamkeit auszurechnen sind also von
diesem 1/3 = 33,3% die das Medikament erhalten haben, die 14% abzuziehen, die
auch nach der Gabe eines Scheinmedikamentes die gleiche Besserung hatten, damit
verbleibt eine Wirksamkeit von von nicht einmal 20%.
16% der mit den Immunglobulinen behandelten Patienten erfuhren
eine Verschlechterung.
Der Rest der behandelten Patienten erfuhr keine Veränderung
hinsichtlich ihrer MS.
Diese Zahlen sind leider nicht sehr ermutigend.
Immunsuppressiva
Aber durch die Therapie mit den Immunsuppressiva werden nicht
nur die gegen das Zentralnervensystem gerichteten Lymphozyten geschädigt, sondern
die gesamte körpereigene Immunabwehr. Dadurch werden die MS-Betroffenen anfällig
für jede geringfügige Infektionskrankheit.
Bei vielen Kranken schreitet die MS auch trotz der Gabe der
vorgenannten Immunsuppressiva unaufhaltsam fort, oder es kommt trotz solcher
Stoffe wie Imurek zu weiteren Krankheitsschüben.
Andere hier nicht aufgeführte Mittel der Schulmedizin richten
sich ausschließlich auf die Behandlung und/oder Dämpfung der Symptome.
Durch Lioresal, Dantamacrin, Sirdalud, Musaril u.a.m. bzw.
durch die Wirkstoffe dieser Mittel soll eine durch MS entstandene Spastik gehemmt
werden, so daß die MS-Betroffenen besser beweglich sind oder in den Gelenken
nicht abknicken oder umknicken.
Durch Mylepsinum und Mittel, die man bei Morbus Parkinson (Schüttellähmung)
einsetzt, soll ein evtl. vorhandener der Tremor (Zittern) gedämpft
oder unterdrückt werden.
Diese auf die Symptome gerichteten Mittel bewirken hinsichtlich
der Krankheitsvorgänge im Zentralnervensystem offenbar nichts.
Chemotherapie (Mitoxantron, Handelsname Novantron®)
Mitoxantron sollte aber nur in völlig dramtischen Fällen eingesetzt
werden, bei denen kein anderes Mittel mehr anspricht. Denn Mitoxantron hat zum
Teil fürchterliche Nebenwirkungen wie Schädigung des Herzmuskels und Schädigung
der Zellen, die für eine Immunabwehr gebraucht werden.
Die körpereigene Immunabwehr aber ist für den Menschen unverzichtbar.
Ohne ausreichende Immunabwehr würden wir uns mit jeder Krankheit anstecken und
hätten dem durch Schwächung unseres körpereigenen, lebenswichtigen Abwehrsystems
nichts entgegen zu setzen.
Nach diesseitiger Auffassung sollte Mitoxantron nur bei solchen
Personen eingesetzt werden, die ständig auf den Rollstuhl angewiesen sind und
bei denen die MS trotz der Gabe von Cortison ständig und ohne jede Spur einer
Besserung weiter fortschreitet.
Alle Symptome der MS sind jedoch verursacht durch krankheitsbedingte
Fehlsteuerungen des Gehirns und/oder des Rückenmarks.
Bewegungstherapie
und Krankengymnastik
Durch spezielle Krankengymnastik soll die Beweglichkeit steif
werdender Muskeln und Gelenke erhalten werden, Spastik soll gedämpft werden.
Stumme Regionen im Gehirn sollen, soweit das möglich ist, lernen, Hirnfunktionen
von ausgefallenen und/oder durch die Krankheit geschädigten Hirnteilen zu übernehmen.
Rehamaßnahmen
MS-Betroffene haben einen Anspruch auf sogenannte Rehabilitations
= Wiederherstellungsmaßnahmen. Davon wird reger Gebrauch gemacht. Viele MS-Betroffne
begeben sich in jährlichen, teilweise auch in halbjährlichen Abständen in MS-Fachkliniken.
Diese Fachkliniken z.B. in Anholt, Hachen, Bad Laasphe u.a.m.
versuchen ihr Bestes zu geben. Aber es ist, zumindest bei fortgeschrittenen
Fällen keine Wiederherstellung der Gesundheit zu erreichen. Und auch der Aufenthalt
in der Fachklinik oder im Krankenhaus schützt nicht vor einem Schub oder einer
weiteren Verschlimmerung der Krankheit.
Man sieht MS-Betroffene, die während ihrer Reha-Maßnahme einen
Schub erleiden. Und man sieht MS-Betroffene, denen es am Ende der Reha-Maßnahme
schlechter geht, als zu deren Beginn.
Dies ist kein Vorwurf an die Fachkliniken, wenn die Verschlechterung
oder der Schub sofort erkannt und nicht als "Schwäche" fehlgedeutet
werden.
Aber MS ist eben unberechenbar.
Viele MS-Betroffene werden von selbst nicht MS-betroffenen
Schulmedizinern oft darauf verwiesen, daß sie zu warten hätten bis ein wirksames,
ausreichend erprobtes Mittel gegen die MS gefunden sei. Dies könne höchstens
noch 2 Jahre oder auch etwas länger dauern, es werde weltweit intensiv geforscht.
Wer an MS erkrankt ist, braucht jetzt Hilfe und nicht die Hoffnung,
daß in einigen Jahren doch ein Heilmittel gegen die MS gefunden wird, obwohl
ständig und weltweit geforscht wird.
Daher ist es kaum verwunderlich, daß viele MS-Kranke sich alternativen
und Außenseitermethoden zuwenden und sich auch von Scharlatanen, Quacksalbern
und sogar Gesundbetern Hoffnungen machen lassen und das Geld dafür aus der Tasche
ziehen lassen.
Die Verfasserinnen haben sich nun als auf MS spezialisierte
Heilpraktikerinnen mit den entsprechenden Fachkenntnissen Gedanken über mögliche
alternative Therapien gemacht, bzw. solche Gedanken und Therapiemöglichkeiten
von anderen übernommen.
Eine alternative,
verantwortliche Therapie durch die Verfasserinnen kann nur eine sinnvolle
Ergänzung zu einer stets notwendigen schulmedizinischen Therapie sein.
Ein Ansatzpunkt der Behandlung besteht darin, zu versuchen
mit der Zuführung eines bestimmten biologisch-homöopathischen Organpräparates
die Blut-Hirnschranke besser abzudichten und zu schützen.
Dies Präparat wäre Arteria cerebri media GL D5 (5. Dezimalpotenz
= D5). Mit diesem Präparat ist es offenbar tatsächlich gelungen, krankhafte
Defekte in der Blut-Hirnschranke vorübergehend (so lange der Patient das Mittel erhält) zu schließen. Dies ist jedoch nur ein Beispielmittel und sollte von den Betroffenen
nicht auf eigene Faust und ohne therapeutische Beratung durch die Verfasserinnen
genommen werden.
Seit 1993 konnte
festgestellt werden, daß es MS-Kranken, die nur das Mittel Arteria cerebri media
GL D5 (Wala) und Cinnamomum homaccord (Heel) zur Bekämpfung der allgemeinen
Gefäßwandschwäche bei regelmäßiger Einnahme erhielten, besser ging,. und diese
Stabilisierung auch offenbar erhalten werden kann, ohne daß dem andere auf die
Symptome wirkende Mittel hinzugefügt werden mußten.
Die Verfasserinnen konnten die Erfahrung machen, daß Schmerzen
bei MS-Betroffenen, die auf Schmerzmittel nicht ansprachen, weil die Schmerzen
nur im durch die MS geschädigten Schmerzzentrum vorhanden sind, nach der Gabe
des biologischen Organpräparates Thalamus GL D5 in der homöopathischen Verdünnung
eine Besserung oder Linderung erfuhren.
MS-Betroffenen mit Blasenstörungen durch MS-bedingte Fehlsteuerungen
des entsprechenden Zentrums im Gehirn führten die Verfasserinnen neben dem auf
die Blase wirkenden Lathyrus sativus D4 der Fa. Staufen-Pharma, das Organpräparat
Cerebrum regio motorica GL D5 in Verbindung mit Pons GL D5 der Fa. Wala wiederum
in homöopathischer Vedünnung zu, - und hatten Teilerfolge.
Aber auch hier gilt: Erst therapeutische Beratung, dann erst das Mittel
einsetzen. Alle hier genannten biologisch/homöopathischen
Arzneimittel gibt es nur in der Apotheke ohne Rezept auf Bestellung.
Von entscheidender Bedeutung ist für MS-Kranke vor allem auch
das seelische Gleichgewicht. Wenn es der Seele nicht gut geht, kann es auch
dem Körper nicht gutgehen. Es gilt vor allem und ganz besonders bei MS. Seelische
Belastungen können geradezu einen Schub auslösen.
Daher ist es für MS-Betroffene wichtig, sich vor seelischen
Belastungen und Streß zu hüten. MS-Betroffene müssen einfach lernen "abzuschalten"
und Dinge, über die man sich normalerweise aufregen würde, gelassener zu sehen.
Das ist sicher leichter gesagt als getan. Aber wenn der MS-Betroffene
und die Menschen in seiner nächsten Umgebung wissen, daß jede Aufregung schadet
und an den Dingen im übrigen nichts ändert, kann das seelische Abschalten trainiert
werden.
Nur auf dies seelische Abschaltenlernen kann sich eigentlich
eine evtl. Psychotherapie richten, und nicht auf irgendwelche verschütteten
Probleme in der Vergangenheit und/oder Kindheit. Vergangene Probleme und Ereignisse
kann man nicht ungeschehen machen. Die MS wird durch die Aufarbeitung von Problemen
und/oder Ereignissen in der Vergangenheit nicht geheilt oder gelindert. Im Gegenteil
kann mit der Problemaufarbeitung eine so schwere Belastung entstehen, daß es
durch diese Belastung zu einem Schub kommen kann.
Für einen MS-Betroffenen ist es von entscheidender Bedeutung
für sein seelisches Gleichgewicht in der Gegenwart zu leben und nicht in der
Vergangenheit oder einer fernen Zukunft.
Weiter sollten MS-Kranke sich nicht impfen lassen. Man sieht
immer wieder MS-Betroffene, denen es nach Impfungen viel schlechter geht. Das
kommt dadurch, daß bei MS der Körper anders reagiert.
Auch Wärmeanwendungen wie Fangopackungen und starke Sonnenbestrahlung
schaden vielen MS-Betroffenen mehr, als daß sie nützen.
Kraftanstrengungen und Training und jegliche Form der Überanstrenung
und Erschöpfung führen oftmals zu Verschlechterungen des Gesundheitszustandes.
Fußreflexzonenmassage sollte ebenfalls nicht angewandt werden.
MS ist unberechenbar.
MS-Kranke sollen auch keine Medikamente, die Leidensgenossen
gut getan haben, nehmen, denn bei jeder MS reagiert der Körper anders, und jede
MS ist anders. Es sollte zunächst in jedem Falle Rücksprache mit dem Behandler
geführt werden.
![]()
EDSS-Skala, Einteilung der MS in
Schweregrade der Krankheit
Weitere Information über die Einteilung der MS in Schweregrade der Krankheit finden Sie auf einer anklickbaren Seite.
![]()
![]() |
||
![]()
Stiftung, "MS für Laien", Links, Glossar, Georg-Gottlob-Preis, Kontakte, Impressum
Copyright ©2010 Gottlob/Hejda. Alle Rechte vorbehalten. Last Update 4/2010